Beschaffung
Wo kleine Unternehmen Hersteller in China finden, und woran man die guten erkennt
Alibaba ist nur die Oberfläche. Die eigentlichen Hersteller sitzen in Produktionsregionen, die jeweils eine Warengruppe dominieren, und verkaufen oft günstiger über Plattformen, die auf Deutsch kaum jemand kennt.
Die Plattformen
Alibaba.com ist die englischsprachige Exportplattform. Gut für den Einstieg, mit Käuferschutz (Trade Assurance), aber viele Anbieter sind Handelsfirmen, nicht Hersteller, und die Preise liegen 15 bis 40 % über dem Fabrikpreis.
1688.com ist der chinesische Binnenmarkt-Großhandel desselben Konzerns, nur auf Chinesisch. Dort kaufen chinesische Händler selbst ein. Preise sind deutlich niedriger, Mindestmengen oft kleiner. Nachteil: Kommunikation auf Chinesisch, Zahlung über chinesische Zahlungswege, kein Export-Service; Sie brauchen einen Agenten oder Spediteur in China, der Ware entgegennimmt und bündelt.
Messen: Die Canton Fair in Guangzhou (April und Oktober) ist die größte; für einzelne Branchen gibt es Fachmessen. Für die erste Bestellung nicht nötig, für die dritte oft sinnvoll.
Produktionsregionen nach Ware
In China konzentriert sich fast jede Warengruppe in einer Region mit hunderten Betrieben, Zulieferern und Jahrzehnten Erfahrung. Wer dort sucht, findet Hersteller statt Zwischenhändler.
| Ware | Region |
|---|---|
| Handwerkzeug, Schlösser | Yongkang, Zhejiang |
| LED-Leuchten | Zhongshan (Guzhen), Guangdong |
| Edelstahl-Küchenhelfer | Jieyang, Guangdong |
| Keramik, Geschirr | Chaozhou, Guangdong |
| Taschen, Koffer | Baigou, Hebei |
| Socken, Strumpfwaren | Zhuji, Zhejiang |
| Textilien, Stoffe | Shaoxing (Keqiao), Zhejiang |
| Kleinelektronik, Zubehör | Shenzhen, Guangdong |
| Kleinwaren, Werbeartikel | Yiwu, Zhejiang |
| Möbel | Foshan, Guangdong |
| Minibagger, Kleinmaschinen | Jining, Shandong |
| Perücken, Haarteile | Xuchang, Henan; Jiaozhou, Shandong |
Hersteller oder Händler?
Beides kann die richtige Wahl sein; ein Händler bündelt kleine Mengen verschiedener Artikel und spricht besser Englisch. Aber Sie sollten wissen, mit wem Sie reden. Hinweise auf einen Hersteller: Firmenname enthält das Produkt (nicht „Trading“ oder „Import Export“), Sitz in der passenden Region, Fotos einer Produktionshalle mit Maschinen, enges Sortiment, Gewerbeschein („Business License“) mit Produktion im Geschäftszweck. Fragen Sie nach einem Video-Rundgang durch die Fertigung; ein echter Hersteller hat damit kein Problem.
Mindestmengen und Preise
Mindestbestellmengen (MOQ) sind Verhandlungssache. Üblich: 500 bis 1.000 Stück bei Lagerware mit Logo, 100 bis 300 bei Lagerware ohne Anpassung, mehr bei eigenen Farben oder Formen. Wer die MOQ unterschreitet, zahlt pro Stück 10 bis 30 % mehr, was bei einer ersten Bestellung oft trotzdem klüger ist als 1.000 Stück von etwas Ungeprüftem.
Verhandeln Sie nicht nur den Preis, sondern Verpackung, Zahlungsziel und Stück pro Karton. Ein Preis „ab Werk“ (EXW) klingt günstiger als „frei Hafen“ (FOB), enthält aber nicht die Abholung und Exportabfertigung, die Ihr Spediteur dann extra berechnet.
Wenn Sie das nicht selbst machen wollen
Wir fragen für Sie bei Herstellern in den passenden Regionen an, auf Chinesisch, holen zwei bis drei Angebote ein, prüfen Gewerbeschein, Zertifikate und Mindestmengen und stellen den Kontakt her. Kostenlos für Sie; der Hersteller zahlt bei Auftrag. Angebot anfragen.