Schritt für Schritt
So läuft ein Direktimport aus China, vom ersten Kontakt bis zur Lieferung
Acht Schritte, sechs bis zehn Wochen. Was wann passiert, was es kostet und wo die meisten Erstimporteure stolpern.
1. Anfrage und Angebot (Woche 1)
Sie beschreiben, was Sie brauchen: Produkt, Menge, Zielpreis, Zertifikate, Verpackung, Logo ja oder nein. Hersteller antworten mit einem Angebot ab Werk (EXW) oder frei Hafen (FOB). Fragen Sie immer nach: Mindestbestellmenge, Kartonmaß, Stück pro Karton, Produktionszeit, Zahlungsbedingungen. Ohne diese fünf Angaben können Sie keine Importkosten berechnen.
2. Muster (Woche 1–3)
Bestellen Sie Muster, bevor Sie Geld für Produktion überweisen. Muster kosten meist den Stückpreis plus 40 bis 80 € Expressversand. Prüfen Sie Material, Verarbeitung, Verpackung und bei Elektrik die Kennzeichnung. Ein Hersteller, der keine Muster schickt, ist keiner.
3. Auftrag und Anzahlung (Woche 3)
Üblich sind 30 % Anzahlung bei Auftrag und 70 % vor Versand, gegen Fotos oder Prüfbericht der fertigen Ware. Zahlen Sie auf das Firmenkonto des Herstellers, nie auf ein Privatkonto. Bei Beträgen unter etwa 5.000 € ist Alibaba Trade Assurance ein brauchbarer Schutz; darüber eine formale Proforma-Rechnung und ein kurzer Kaufvertrag.
4. Produktion (Woche 3–7)
Lagerware ist in Tagen fertig, Ware mit Logo oder eigener Farbe braucht 15 bis 30 Tage. Lassen Sie sich Fotos aus der Produktion schicken. Klären Sie vorher die Verpackung: Export-Kartons, Palette ja oder nein, Kennzeichnung.
5. Prüfung vor Versand (Woche 7)
Eine unabhängige Prüfung durch ein Prüfunternehmen (SGS, TÜV, QIMA oder kleinere Anbieter) kostet ab etwa 250 € pro Tag und verhindert das teuerste Problem im Import: 500 falsche Teile in Deutschland. Der Prüfer zählt, misst, testet Stichproben und schickt Ihnen einen Bericht mit Fotos. Erst dann geben Sie die Restzahlung frei.
6. Fracht (Woche 7–12)
Ihr Spediteur holt die Ware ab Werk oder übernimmt sie im Hafen. Seefracht im Sammelcontainer: 30 bis 40 Tage bis Hamburg. Luftfracht: 5 bis 8 Tage. Express: 3 bis 5 Tage, aber zwei- bis dreimal so teuer wie Luftfracht. Der Spediteur braucht von Ihnen: Handelsrechnung, Packliste, Ihre EORI-Nummer und eine Zollvollmacht.
7. Verzollung (1–3 Tage)
Der Spediteur meldet die Ware beim Zoll an. Fällig werden Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, die der Spediteur verauslagt und Ihnen in Rechnung stellt. Hält der Zoll die Sendung zur Prüfung an, dauert es zwei bis drei Tage länger. Lagergebühren im Hafen laufen ab dem vierten Tag, also nicht trödeln.
8. Lieferung
Zustellung per Spedition zu Ihnen. Prüfen Sie Kartons und Stückzahl bei Annahme und dokumentieren Sie Schäden auf dem Lieferschein; später ist nichts mehr zu holen.
Zeit und Geld im Überblick
| Schritt | Dauer | Kosten (Beispiel 500 Stück) |
|---|---|---|
| Anfrage, Angebot | 3–7 Tage | 0 € |
| Muster | 7–14 Tage | 50–120 € |
| Produktion | 10–30 Tage | Warenwert |
| Prüfung | 1 Tag | 250–400 € |
| Seefracht + Hafen | 30–40 Tage | 400–700 € |
| Verzollung | 1–3 Tage | 95 € + Zoll + EUSt |
| Zustellung | 1–3 Tage | 90–200 € |
Rechnen Sie Ihren Fall im Importkosten-Rechner durch. Wer die Schritte 1 bis 5 nicht selbst machen möchte: Angebot anfragen.