Aus Erfahrung
Zehn Fehler, die Erstimporteure Geld kosten
Keiner davon ist exotisch. Jeder kommt jede Woche vor, und jeder lässt sich mit einer Frage oder einer Zeile im Vertrag vermeiden.
1. Mit dem Preis ab Werk kalkulieren
Der Stückpreis vom Hersteller ist nicht Ihr Einkaufspreis. Fracht, Gebühren, Zoll und Prüfung legen bei kleinen Mengen 40 bis 80 % drauf, bei leichter, teurer Ware weniger, bei sperriger, billiger Ware mehr. Rechnen Sie jeden Artikel im Importkosten-Rechner durch, bevor Sie einen Verkaufspreis nennen.
2. Keine EORI-Nummer, wenn die Ware ankommt
Die Ware steht im Hamburger Hafen, der Spediteur fragt nach der EORI-Nummer, die Beantragung dauert zwei Wochen, die Lagergebühren laufen. Beantragen Sie die Nummer vor der ersten Musterbestellung.
3. Zolltarifnummer dem Hersteller überlassen
Der Hersteller trägt den HS-Code ein, der für ihn beim Export am bequemsten ist. Ist er falsch, zahlen Sie den falschen Zollsatz oder die Sendung bleibt hängen. Prüfen Sie die Nummer selbst im TARIC.
4. Volumen und Gewicht nicht erfragt
Ohne Kartonmaß und Stück pro Karton ist jede Frachtkalkulation geraten. Sperrige Ware (Gartengeräte, Lampenschirme, Spielzeug) kostet in der Luftfracht nach Volumengewicht, nicht nach Waagengewicht.
5. Vollständige Vorauszahlung
30 % bei Auftrag, 70 % nach Prüfbericht ist Standard. Wer 100 % vorab zahlt, hat kein Druckmittel mehr, wenn die Ware anders ist als das Muster.
6. Überweisung auf ein Privatkonto
Der häufigste Betrugsfall: Eine E-Mail „unser Firmenkonto wird gerade geprüft, bitte an dieses Konto zahlen“. Zahlen Sie ausschließlich auf das Konto, das auf dem Gewerbeschein und der Proforma-Rechnung steht, und bestätigen Sie jede Kontoänderung telefonisch.
7. Keine Prüfung vor Versand
250 € für einen Prüfer, der 500 Teile zählt, misst und Stichproben testet, gegen eine Lieferung, die zu 30 % Ausschuss ist und nicht zurückgeschickt werden kann. Das Verhältnis spricht für sich.
8. Elektroware ohne Unterlagen
Ein Ladegerät mit aufgedrucktem CE-Zeichen ist nicht dasselbe wie ein Ladegerät mit Konformitätserklärung und Prüfbericht. Fehlen die Unterlagen, kann der Zoll die Ware zurückhalten und der Marktüberwachung melden. Verlangen Sie die Unterlagen vor der Bestellung.
9. Versandbedingung nicht verstanden
EXW (ab Werk) heißt: Sie organisieren alles ab Fabriktor, inklusive Exportabfertigung in China. FOB (frei an Bord) heißt: der Hersteller liefert bis ins Schiff im chinesischen Hafen. DDP (verzollt geliefert) klingt bequem, aber dann meldet jemand anderes in Ihrem Namen Ware beim Zoll an, oft mit zu niedrigem Wert, und das Risiko tragen Sie. Für Einsteiger ist FOB mit eigenem Spediteur die saubere Lösung.
10. Zu groß anfangen
Die erste Bestellung ist eine Lernbestellung. 200 Stück, die ankommen, geprüft, verzollt und verkauft werden, lehren mehr als 2.000 Stück, die im Hafen hängen. Mindestmengen sind verhandelbar; ein Aufpreis von 15 % für eine kleine Erstbestellung ist gut angelegtes Lehrgeld.
Wenn Sie die Schritte lieber mit jemandem machen, der die Hersteller kennt und Chinesisch spricht: Angebot anfragen, kostenlos.