Paketzoll Import · Stand 22.10.2026

Pflichten

EORI-Nummer, Zolltarifnummer, Einfuhrumsatzsteuer: was Sie vor der ersten Bestellung brauchen

Drei Dinge entscheiden, ob Ihre Ware durch den Zoll geht und was sie kostet. Alle drei lassen sich in einer Woche erledigen.

EORI-Nummer

Die EORI-Nummer ist Ihre Kennung beim Zoll. Ohne sie kann kein Spediteur Ware für Sie anmelden. Sie ist kostenlos und wird online über das Bürger- und Geschäftskundenportal des Zolls beantragt; die Bearbeitung dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. Beantragen Sie sie, bevor Sie Muster bestellen, nicht erst, wenn die Ware im Hafen steht. Eine EORI-Nummer gilt EU-weit.

Zolltarifnummer

Jede Ware hat eine Nummer im Zolltarif; sie bestimmt Zollsatz, Einfuhrumsatzsteuersatz und ob Antidumpingzölle oder Einfuhrverbote gelten. Die ersten sechs Stellen (HS-Code) sind weltweit gleich, die EU hängt vier bis fünf weitere an.

So finden Sie die Nummer: Im EU-Zolltarif TARIC nach dem Produkt suchen, Ursprungsland China eintragen, die angezeigten Sätze lesen. Fragen Sie zusätzlich den Hersteller nach dem HS-Code, den er für den Export verwendet; weicht er von Ihrem ab, klären Sie das vor dem Versand. Eine falsche Nummer kostet im besten Fall zu viel Zoll, im schlechtesten Fall die Freigabe.

Typische Sätze für Ware aus China:

Warengruppe Zollsatz
Handwerkzeug 1,7–3,7 %
LED-Leuchten 4,7 %
Küchenhelfer aus Edelstahl 6,5 %
Taschen, Rucksäcke 3,7–9,7 %
Kleidung, Arbeitskleidung 12 %
Schuhe bis 17 %
Smartphones, Zubehör 0–2 %
Keramik-Geschirr Zoll + Antidumping bis 36 %
E-Bikes Zoll + Antidumping bis 79 %

Einfuhrumsatzsteuer

Beim Import fällt Einfuhrumsatzsteuer an: 19 % (ermäßigt 7 %) auf den Zollwert plus Zoll plus Transportkosten bis zum ersten Bestimmungsort in Deutschland. Sie wird vom Spediteur verauslagt oder direkt an den Zoll gezahlt.

Für ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen ist sie ein durchlaufender Posten: Sie zahlen sie beim Import und holen sie über die Umsatzsteuervoranmeldung zurück. Dafür brauchen Sie den Einfuhrabgabenbescheid des Zolls, den der Spediteur Ihnen weiterleitet. Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug tragen die Steuer als Kosten; dann ist der Bruttowert im Rechner die richtige Zahl.

Produktsicherheit und Kennzeichnung

Elektrogeräte, Maschinen, Spielzeug, Schutzausrüstung und vieles mehr brauchen eine CE-Kennzeichnung mit Konformitätserklärung und technischer Dokumentation. Seit der EU-Marktüberwachungsverordnung muss für solche Produkte eine in der EU ansässige verantwortliche Person benannt sein; wenn Sie importieren und unter eigenem Namen verkaufen, sind das Sie. Verlangen Sie vom Hersteller die Prüfberichte (zum Beispiel nach EN-Normen) vor der Bestellung, nicht danach. Lebensmittelkontakt (Küchenhelfer, Geschirr) braucht die entsprechende Unbedenklichkeitserklärung. Textilien brauchen Faserkennzeichnung und Pflegehinweise auf Deutsch.

Zollvollmacht

Ihr Spediteur meldet die Ware in Ihrem Namen an und braucht dafür eine schriftliche Zollvollmacht. Lesen Sie, ob er in direkter oder indirekter Vertretung handelt: In direkter Vertretung haften Sie allein für Abgaben, was üblich ist; in indirekter Vertretung haftet der Spediteur mit und berechnet dafür mehr.

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